A K T U E L L
Vorschau auf die Internationalen Kammermusiktage Homburg 2026
„suchen und (er)finden“: Klangreisen zu zweit, zu dritt, …, zu sechst - zwischen Nostalgie und Neugier
Ein russischer Avantgardist träumt in Paris vom barocken Italien und erfindet sich neu.
Ein Argentinier aus New York will in Europa Symphonien schreiben und erschafft den neuen Tango.
Zwei Spanier erobern Paris mit der Folklore ihrer Heimat.
Ein Hamburger erobert Wien … natürlich mit Walzern im Gepäck.
Ein Altwiener Weltbürger unter falschem Namen parodiert virtuos das alte Wien.
Schumann findet eine neue Richtung beim Studium der alten Meister. Bartok rettet vergessene Volkslieder des Balkans und schafft daraus eine neue Moderne. Milhaud will dem französischen Barocktheater huldigen und erliegt doch seinem Fernweh nach Brasilien. Prokofiev trifft Landsleute in New York und erfindet für sie nebenbei den Klezmerklang. Und Schubert bleibt in Wien und erforscht sein Inneres. Seine Musik reist später um die Welt.
Die Musik transportiert die Atmosphäre der Zeiten und Orte aus denen sie hervorgegangen ist oder von denen sie träumt. Die Musiker und Musikerinnen werden inspiriert von der Begegnung mit uralten Traditionen, fremden Kulturen und neuen Ideen und finden Resonanz in immer wieder wechselnden Klangkombinationen.
So reisen wir mit der Musik zurück zu den Wurzeln, entdecken neue Perspektiven oder finden, voller Entdeckerdrang – uns selbst. Aus alt wird neu und das Neue war schon immer da. Wo liegt die Quelle des Fernwehs? Was ist das Ziel der Nostalgie? Vielleicht zwei Seiten derselben Medaille? Anfang und Ende des gleichen Kreises?
Finden Sie es heraus! Reisen Sie mit, träumen Sie von Buenos Aires und Rio de Janeiro oder bleiben Sie mit Schubert aus gutem Grund in Wien.
Nichts geht über live – bei den Internationalen Kammermusiktagen in Homburg.
Vorläufiges Programm:
Vom Duo zum Quintett und Sextett – Kammermusik in ihrer ganzen Vielfalt
Für das diesjährige Programm hat das Vogler Quartett und künstlerische Leitung der Internationalen Kammermusiktage eine besondere Idee entwickelt: Drei Duos als Gäste und Partner in den unterschiedlichsten Kombinationen ermöglichen ein klingendes Universum an Kammermusik-Vielfalt, das zahlreiche Überraschungen bereithält.
Die beiden französischen Pianisten David Salmon und Manuel Viellard als „Geister Duo“ am Klavier zu vier Händen, die geigenspielenden Schwestern Maya & Julia Kasprzak vom „Duo Gagliano“ und das „Duo Klangtreff“ mit der besonderen Kombination Cello (Marlene Förstel) und Akkordeon (Michael Schwarzenbacher) bringen originale oder neu arrangierte, auf jeden Fall aber originelle Musik aus ihrem Repertoire mit. Diese werden eingerahmt vom Vogler Quartett, das große Streichquartettliteratur von Haydn, Mozart, Schumann und Schostakowitsch präsentiert.
Dazwischen entstehen attraktive neue Klangmischungen, z. B. wenn sich die Pianisten auch einzeln in neue Kooperationen einbringen, u. a. in Dvoraks Klavierquartett und zusammen mit dem Duo Gagliano in Moszkowkis Suite für 2 Violinen und Klavier. Michael Schwarzenbachers Akkordeon gesellt sich zum Streichquartett für Piazzollas „Five Tango Sensations“ und Marlene Förstel, die andere Hälfte des Duos Klangtreff, ergänzt am Cello das Quartett bei Schuberts Streichquintett. Für ihre farbenfrohe Version von „Scaramouche“ von Darius Milhaud bilden der Klarinettist Nikolaus Friedrich, Tim Vogler an der Violine und die beiden Pianisten ein ganz spezielles Quartett, während Nikolaus Friedrich auch im herrlich romantischen und selten gespielten Klarinettenquintett von Robert Fuchs zu hören ist.
Einen außergewöhnlichen Abschluss bildet die „Ouvertüre über hebräische Themen op. 34“ von Sergeij Prokofieff, wenn die Musikerinnen und Musiker sich zum Sextett für Streichquartett, Klarinette und Klavier zusammenfinden. Uns erwarten spannende Begegnungen mit erfahrenen, mit jungen und sehr jungen Musikern und eine reizvolle musikalische Mischung aus Bekanntem und Seltenem (von Mozart bis Robert Fuchs), Altem und Neuem (von J.M. Leclair bis A. Igudesman), gewürzt von einer europäisch-amerikanischen Stilvielfalt zwischen Bartok, de Falla und Piazzolla.
Die Künstler 2026:
Duo Gagliano
Maya & Julia Kasprzak, Violine
Duo Klangtreff
Marlene Förstel, Cello, Michael Schwarzenbacher, Akkordeon
Geister Duo
David Salmon & Manuel Viellard Klavier
Nikolaus Friedrich, Klarinette
Vogler Quartett
Tim Vogler & Frank Reinecke, Violine, Stefan Fehlandt, Viola, Stephan Forck, Cello
Sonntag, 27.09.26
Joseph Haydn (1732-1809)
Streichquartett op.74/1 C-Dur
Vogler Quartett
Igor Strawinsky (1882-1971)
Suite Italienne
Duo Klangtreff
Pause
Franz Schubert (1797-1821)
Streichquintett C-Dur, D 956, op. post. 163
Vogler Quartett, Marlene Förstel
Montag, 28.09.26
Robert Schumann (1810-1856)
Streichquartett op.41/2 F-Du
Vogler Quartett
Manuel de Falla (1876-1946)
Siete canciones populares españolas
Duo Klangtreff
Pause
Astor Piazolla (1921-1992)
Five Tango Sensations
Michael Schwarzenbacher, Vogler Quartett
29.09.26 Schulkonzert und Proben
Mittwoch, 30.09.26
Jean Marie Leclaire (1697-1764)
Sonate für 2 Violinen e-moll Op. 3 Nr. 5
Miklós Rózsa (1907-1995)
Sonate für zwei Violinen op. 15a
Duo Gagliano
Béla Bartók (1881-1945)
22 Stücke aus „44 Duos für zwei Violinen"
Pause
Antonín Dvorák (1841-1904)
Trio für zwei Violinen und Viola, op. 75a
Gagliano Duo, Frank Reinecke
Fritz Kreisler 81875-1962)
3 Alt-Wiener Tanzweisen
Astor Piazolla (1921-1992)
Le Grand Tango
Duo Klangtreff
Donnerstag, 01.10.26
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Sonate F-Dur KV 497 für Klavier zu vier Händen
Johannes Brahms (1833-1897)
16 Walzer, op. 39 für Klavier zu vier Händen
Geisterduo
Pause
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Streichquartett d-moll KV 421
Vogler Quartett
Franz Schubert (1797-1821)
Allegro a-Moll für Klavier zu vier Händen, D 947 („Lebensstürme“)
Geisterduo
Freitag, 02.10.26
Moritz Moszkowski (1854-1924)
Suite g-Moll für zwei Violinen und Klavier, op. 71
Duo Gagliano, David Salmon
Antonín Dvorák (1841-1904)
Klavierquartett Nr.1 D-Dur op.23
Frank Reinecke, Stefan Fehlandt, Stephan Forck, Manuel Viellard
Pause
Robert Fuchs (1847-1927)
Klarinettenquintett Es-Dur op.102
Nikolaus Friedrich, Vogler Quartett
Samstag, 03.10.26
Darius Milhaud (1892-1974)
Scaramouche op.165B, Paris 1937 (Arrangement Jaan Bossier)
Nikolaus Friedrich, Tim Vogler, Geisterduo
Dmitrij Schostakowitsch (1911-1975)
11. Streichquartett f-moll op.122
Vogler Quartett
Sergej Rachmaninow (1873-1945)
Aus "6 Stücke op.11"
Geisterduo
Pause
Aleksey Igudesman (*1973)
„La cucaracha“. Volkslied aus Mexiko
Duo Gagliano
Pablo de Sarasate (1844-1908)
Navarra — Danza Espagnole Op. 33 für 2 Violinen und klavier
Duo Gagliano, Manuel Viellard
Sergej Prokofjew (1891-1953)
Ouvertüre über hebräische Themen op. 34
Nikolaus Friedrich, Vogler Quartett, David Salmon
