Grußworte

Grußwort von Bürgermeister Michael Forster

 

 

Dank des Programms, mit dem die Kammermusikfreunde Saar-Pfalz e. V. das Musikangebot in Homburg seit mehr als 30 Jahre bereichern, steht uns auch in diesem Herbst eine besondere musikalische Woche bevor. Dafür  möchte ich den Kammermusikfreunden meinen ganz besonderen Dank aussprechen. Es imponiert mir, dass sich die Kammermusikfreunde trotz der Pandemie nicht davon abhalten lassen, an ihrem Programm und dessen Umsetzung zu arbeiten.

Diese Veranstaltungsreihe, die seit mehr als einem Vierteljahrhundert musikalisch erstklassig vom Vogler-Quartett geleitet wird, trägt wie unsere Meisterkonzerte zum guten Ruf Homburgs als Musikstadt bei. Daher ist es mir eine Ehre und Freude, in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernehmen zu dürfen.

Durch ihr Engagement ermöglichen die Kammermusikfreunde den Auftritt von Künstlerinnen und Künstlern im Saarpfalz-Kreis, die auch in den bekannten und großen Konzerthäusern dieser Welt zu Hause sind. So, wie die Verantwortlichen, sprühen auch die Musikerinnen und Musiker geradezu vor kreativen Ideen. So kommt es immer wieder zu Verbindungen von Musikstücken und Instrumenten, die keineswegs alltäglich sind. Diese Leidenschaft für die Musik überträgt sich oft auch auf die Konzertbesucherinnen und –besucher.

 Besonders freue ich mich, dass auch in diesem Jahr wieder ein Schulkonzert geplant ist, mit dem jungen Menschen der Zugang zur klassischen Musik erleichtert wird.

Außerdem soll neben den öffentlichen Proben noch ein Notenflohmarkt hinzukommen. Wir dürfen uns also wieder auf ein tolles Programmangebot freuen.

Den Kammermusiktagen Saar-Pfalz wünsche ich die verdiente Resonanz, einen erfolgreichen Verlauf und allen Besucherinnen und Besuchern angenehme Unterhaltung in dieser Woche großartiger Kammermusik.

Mit freundlichen Grüßen

 

 Michael  Forster                                                                            

Bürgermeister der Kreis- und Universitätsstadt Homburg

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 Für das Vogler Quartett

 

 

"Es ist kein Scherz, Musik zu schreiben. Tiefe ist dazu nötig: Eine Art Mystik" (Henri Duttilleux)

 

Liebe Kammermusikfreunde,

der Titel der diesjährigen Kammermusiktage „Constellations“ steht auch sinnbildlich für die derzeitige Situation, in mehrfacher Hinsicht haben sich Koordinaten verschoben und sicher Geglaubtes wird in Zweifel gezogen. Gerade auch für junge Musiker stellt sich vermehrt die Sinnfrage.

 

In musikalischer Hinsicht zieht sich der Titel durch alle Programme, wir haben unterschiedlichste Besetzungen in teils neuen und ungewohnten instrumentalen Kombinationen, musikalisches Neuland wird erkundet und es erklingen zu ihrer Zeit bahnbrechende Neuerungen.

Bearbeitungen, verschiedenste Stile, Tango und Jazz, auch Unbekanntes und Experimentelles,  dazu Bekanntes in neuer Form fügen sich zu ganz neuen Perspektiven.

Unser Festival startet mit einem der schönsten Kammermusikwerke überhaupt, dem Streichquintett C-Dur KV 515 von W.A. Mozart. Schubert sah in diesen Quintetten „wohlthäthige Abdrücke eines lichtern bessern Lebens“, für Brahms waren sie „Muster formaler Vollkommenheit“. Mozart hat hier wie kein anderer die Möglichkeiten des reichen Mittelstimmensatzes genutzt. Pauline Sachse ist in diesem Konzert für uns eine neue musikalische Partnerin, ich selbst habe schon mit ihr musiziert und schätze sie außerordentlich.

Ebenfalls neu ist die Begegnung mit dem jungen Pianisten und ARD-Wettbewerbs-Gewinner    Alexej Gorlatch. Er wird mit einer Auswahl aus den Études op. 10 von F. Chopin zu hören sein und gemeinsam mit uns das 4. Klavierkonzert von L.v. Beethoven in einer kammermusikalischen Fassung aus dem 19. Jahrhundert aufführen. Solche Bearbeitungen waren damals beliebt und haben sehr zur Verbreitung der Werke beigetragen.

Das Konzert des Erlendis Gitarrenquartetts verspricht in der Kombination von klassischer Gitarre mit traditioneller und experimenteller Kammermusik ein Feuerwerk an Stilen und Klängen mit Musik von Bach bis Sting.

Viviane Chassot ist eine langjährige musikalische Freundin, auch das Konzert mit ihr wird vermeintlich Bekanntes in neuem Licht erscheinen lassen und das Instrument Akkordeon in klanglicher Vielfalt und musikalischer Breite präsentieren. Hinzu kommt mit Dvořáks Terzett op. 74 ein Evergreen in ungewöhnlicher Besetzung.

Der 5. Satz des Streichquartettes „Ainsi la nuit“ von Henri Dutilleux ist mit  ‚Constellations‘ überschrieben und steht damit ebenfalls für unser diesjähriges Motto. Dieses Werk gehört zu den bedeutendsten Kompositionen des 20. Jahrhunderts. Gespielt wird es vom Frankfurter Malion Quartett. Die ehemaligen Studierenden von Tim Vogler setzen damit die Reihe junger Ensembles fort, die über die Jahre in Homburg zu hören waren.

Oliver Triendl ist ein Festival-Favorit und dieses Jahr in seiner Eigenschaft als Goldgräber  kompositorischer Kostbarkeiten unser Gast. Das wunderbar farbige und komplexe Klavierquintett von Georgi Catoire hat er für sich und uns wiederentdeckt, gemeinsam mit ihm haben wir es im letzten Jahr auf CD eingespielt.

Das Helmut Lörscher Trio ist wieder dabei, wir freuen uns sehr auf die erneute Zusammenarbeit und gemeinsame Grenzüberschreitung. Mit dem 4. Streichquartett von Alexandre Tansman  erklingt zudem ein Stück, das sich in genau diesem Spannungsfeld und auf der Grenze zwischen  alt und neu bewegt, nur eben in einer anderen Zeit. Es wurde 1935 komponiert.

Im Abschlusskonzert dann wieder Mozart, das letzte der großen Streichquintette schließt den Kreis und wird kombiniert mit einem der opulentesten und großartigsten Werke der Kammermusik-literatur, dem Oktett für Streicher von George Enescu von 1900.

Gemeinsam mit dem Malion Quartett gestalten wir den Abend, in dem, auch dies neu, Tim Vogler an der Viola zu hören ist.

Es bleibt noch das Schulkonzert zu erwähnen. Das ist langjährige Tradition und Herzensanliegen und wird in diesem Jahr fortgeführt.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die diesjährigen Kammermusiktage wieder ein Höhepunkt  werden. Rückblickend waren die Konzerte im letzten Jahr auch aufgrund der Pandemie für uns alle sehr besonders. Möge dieses Jahr in jeder Hinsicht neue Perspektiven aufzeigen.

Ich wünsche uns anregende Konzerte und Begegnungen!

 

Herzlichst, für das Vogler Quartett

 

Ihr Stefan Fehlandt