Internationale Homburger Kammermusiktage 2020

 

 Grusswort der Schirmherrin

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Homburg hat seit vielen Jahrzehnten ein Herz für die Kammermusik. 

Schon  seit 1991 finden die Internationalen Kammermusiktage Homburg darin ihren Platz. Seitdem sind sie ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Musikangebots im Saarpfalzkreis. Auch in diesem Jahr gibt es bei sechs Konzerten qualitativ hochwertige Kammermusik zu hören, die begeistert.

Unter der künstlerischen Leitung des „Vogler Quartetts“, dem ich an dieser Stelle herzlich zu seinem 35-jährigen Jubiläum gratuliere, präsentieren die Kammermusikfreunde Saar-Pfalz neben hervorragenden Kammermusikerinnen und Kammermusikern sowie Ensembles ein inspirierendes Programm mit besonderen Konzertformaten. Beispielhaft sei hier das Konzert Stefan Malzews und Freunde genannt, die zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens ein musikalisches Augenmerk auf dessen Gefühlswelt werfen.

Besonders hervorheben möchte ich auch das Engagement der Festivalleitung für die kulturelle Bildung. Für das "Kinder-Meister-Konzert" wird in diesem Jahr mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule Bruchhof ein Repertoire erarbeitet, das zusammen mit dem Vogler Quartett im Saalbau aufgeführt wird. Außerdem sind bei den traditionell öffentlichen Proben spannende Blicke hinter die Kulissen möglich. Das zeigt  Kammermusik so nahbar, wie es selten zu erleben ist – ein weiteres tolles Angebot (nicht nur) für die saarländischen Schulen!

Gemäß dem diesjährigen Motto „Appassionato“ wünsche ich allen leidenschaftlichen Freundinnen und Freunden der Kammermusik, den Veranstalterinnen und Veranstaltern, den Musikerinnen und Musikern ebenso wie dem Publikum Konzerterlebnisse, die begeistern.

Ihre

Christine Streichert-Clivot

Ministerin für Bildung und Kultur

                                                                                       

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 Stefan Fehlandt, für das Vogler Quartett

 

„- aber das ganze Wesen der Kunst mit einem neuen Auge zu durchblicken, es gleichsam mit einer ganz neuen Handhabe zu verfassen - ist göttlich.“

(Wackenroder/Tieck aus: Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders

 

Liebe Kammermusikfreunde,

„Appassionato“, was für ein Motto!

Mir fällt die Leidenschaft ein, mit der sich der Verein der Kammermusikfreunde Saar-Pfalz seit vielen Jahren für die Kammermusiktage engagiert.

Mir kommt unser Quartettjubiläum in den Sinn. Seit 35 Jahren spielen wir leidenschaftlich gerne Streichquartett.

Und - „Appassionato“ führt direkt zu Beethoven, seine Werke stehen im Jahr seines 250. Geburtstages im Mittelpunkt bei den diesjährigen Kammermusiktagen. Er nutzte die Vortragsbezeichnung häufig, bei den Streichquartetten bereits im op. 18 Nr. 1. Ludwig van Beethoven war ein radikaler Anhänger der Aufklärung, er verstand sich als freier Künstler in einer Zeit des erstarkenden Bürgertums. Kompositorisch hat er beständig neue Wege beschritten, sein Einfluss auf die Musik seither ist immens.

Wir beginnen unsere Reise mit Beethovens Werk gleich im Eröffnungskonzert, es erklingt das frühe und wunderbar inspirierte A-Dur Streichquartett aus op. 18.

Die „Große Fuge“, ein Werk aus der letzten Schaffensphase und ursprünglich als Finalsatz für op. 130 komponiert, wird immer ein Synonym für Neue Musik sein, ihr wird Hans Zenders „Hölderlin lesen I“ gegenübergestellt. Wir gedenken damit des ebenfalls 250. Geburtstages von Friedrich Hölderlin und freuen uns, mit Wolfgang Korb als Sprecher einen besonderen Freund und Wegbegleiter aktiv auf der Bühne zu erleben. Komplettiert wird dieses Konzert durch das grandiose C-Dur Streichquartett op. 59 Nr. 3.

Das selten gespielte Klarinettenquintett von Paul Hindemith ist ein sprudelnd virtuoses und experimentelles Stück. Eingerahmt wird es von Beethovens op. 95 in f-Moll, einem Werk, das an Dramatik und Tiefe nicht zu überbieten ist, und dem Septett op. 20. Wenige Stücke waren schon zu Lebzeiten des Komponisten so berühmt und beliebt wie diese. Hier, wie auch bei Hindemith, ist die junge israelische Klarinettistin Dana Barak unsere Partnerin.

Ein besonderes Erlebnis wird ganz sicher „Das Konzert aus dem Ei“. Das frisch preisgekrönte Trio „Le Concert dans l´oeuf“ interpretiert und moderiert virtuos und einfallsreich alte und neue Musik.

Stefan Malzew und sein Trio präsentieren mit dem Programm „Beethoven! Alles Neunte!“ einen sehr persönlichen und spannenden Blick auf den Jubilar aus der Perspektive verschiedener Jahrhunderte und Musikstile.

Ein neues Format starten wir mit dem „Kinder-Meister-Konzert“. Abweichend von den beliebten Konzerten in verschiedenen Schulen der Umgebung werden wir  gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule Bruchhof und in Zusammenarbeit mit Bernd Russy ein Programm im Saalbau präsentieren.

Langjährige künstlerische Freunde sind auch in diesem Jahr zu Gast. Der Pianist Oliver Triendl ist dabei, gemeinsam mit ihm spielen wir zum Abschluss das großartige Klavierquintett von Robert Schumann, er ist zudem der musikalische Partner von Dana Barak in der Klarinettensonate von Leonard Bernstein.

Henrik Rabien wird mit uns das Quintett für Fagott und Streichquartett von Édouard de Puy spielen und ist natürlich im Beethoven Septett zu hören.

Wir freuen uns außerdem auf das gemeinsame Musizieren mit Sibylle Mahni, Horn und Winfrid Holzenkamp, Kontrabass.

Als junges Ensemble haben wir das vielversprechende Gyldfeldt Quartett aus Leipzig eingeladen. Die jungen Musiker werden mit Schnittke, Zender und der Großen Fuge von Beethoven zu hören sein. Gemeinsam mit uns kommt ein Allzeit-Favorit zur Aufführung, das fantastische Oktett op. 20 von Mendelssohn.

Freuen wir uns alle auf inspirierende Begegnungen und anregende Konzerte!

Herzlichst

Stefan Fehlandt