Pia Welsch - "Musik trifft Stoff"

Walther Jahrreiss:       

Begegnung mit der Homburger Art-Quilt Künstlerin Pia Welsch                                                                                                                                                                                                                                                                

MUSIK DRÜCKT AUS, WAS MAN NICHT VERSCHWEIGEN KANN                                                                                                         

V.Hugo                                                                                                                                                                                                                                                                      

Victor Hugo umschreibt mit dem Satz den unergründlichen Vorgang, den man wohl auch Inspiration nennen kann. In der Historie der Künste, in Dichtung und der bildenden Kunst lassen sich zahllose Beispiele finden für Werke, die sich Anregung und tieferer Versenkung durch und in Musik verdanken.                                                                                                

7 Künstlerinnen aus verschiedenen Gegenden Deutschlands und der Schweiz, auch unterschiedlichen Temperamentes haben sich der textilen Kunst verschrieben und stellen als „Network Quilters“ unter wechselnden Themen und Orten ihre Arbeiten gemeinschaftlich aus.                                                                                                                                         

Das beziehungsreiche Motto „Musik trifft Stoff“ wird sie –eine besondere Attraktion- während der Kammermusiktage 2018 in der Saalbau-Galerie zusammenführen!

Eine von ihnen ist die in Homburg arbeitende, mit ihren Arbeiten und Workshops auch international bekannte Pia Welsch. Hier hatte sie zunächst als ausgebildete Buchhändlerin zusammen mit ihrem Mann eine Buchhandlung gegründet. Sehr lebhaft beschreibt sie, wie sie bei einem Amerikaaufenthalt Gelegenheit hatte, bei den Amish-People die mit den Siedlern aus England gekommene „Patchwork“- Tradition wie auch Quilts kennenzulernen.        

                                                                

Ein Quilt besteht aus 3 Lagen Stoff, wobei zwischen einem unteren und einem, in der Regel gemusterten oberen Material eine Wattierung, ein Füllstoff aus Wolle oder Vlies, eingefügt ist. Das Zusammennähen von Hand oder mit der Maschine erfordert große handwerkliche Fertigkeiten. Der Quilt ist -wie so viele Dinge unserer Kultur – im Orient, im alten China geboren. War er ursprünglich ein als Decken, Kissen, Wandbehang  gebräuchliches wärmendes dekoratives Element der Wohnkultur —die Gestaltung war von strenger religiöser Symbolik und Bedeutung bestimmt- so lösten sich später die Art Quilters von dieser Regelhaftigkeit und entwickelten mit Bezug auf die handwerklichen Techniken im freien fantasievollen Umgang mit den Stoffen Möglichkeiten eines ganz persönlichen originären Ausdrucks.

Zu bewundern ist eine unerschöpfliche Vielfalt der Werke, an Formen, Farben, Materialien und Techniken —eine weltumspannende Kunst! Einen bedeutenden Platz nehmen auch die sehr artifiziellen Stickereien ein. Auch darin beweist Pia Welsch eine große Meisterschaft! Pia Welsch bezieht sich in ihrer Arbeit ganz besonders auf die asiatische Herkunft der Kunst und die Spiritualität dieser Kulturen.

So versteht sich, daß sie für „Musik trifft Stoff“ ihre alte Liebe zu einer chinesisch-japanischen Bambusflöte, der Shakuhachi und die Grundform des Kimonos thematisiert hat.                  

                                                                                                                       

Die Freunde der Kammermusik sind dankbar und freuen sich sehr, die Konzertbesucher und alle Kunstfreunde mit den Kostbarkeiten dieser Schau erleuchten zu können!

 

www.pias-quilt-werkstatt.de